| Ausstellung: Archäologie im Spiel |
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"Archäologie
im Spiel" Erläuterungen
zur Ausstellung im Archäologischen Museum Bad Fallingbostel
(von Sybille Whitehill) Archäologie
und Spiele – was hat das miteinander zu tun? Oftmals
sind Archäologen bei ihren Grabungen auf Reste antiker Spiele gestoßen.
Damit konnten sie belegen, dass Spiele bereits vor vielen Jahrhunderten
und Jahrtausenden ein wichtiges Kulturgut gewesen sind. Diese
Bedeutung haben Spiele auch in unserer Zeit noch. Heutzutage gibt es neben
abstrakten Spielen eine zunehmende Zahl von thematischen Spielen, die
unsere gegenwärtige Gesellschaft widerspiegeln. Eines dieser Themen ist
eben jene Wissenschaft, die sich mit der Erforschung unserer Ursprünge
und auch mit den Anfängen unserer Spielekultur beschäftigt: die Archäologie. Warum
Archäologie als Spielethema? Die
Archäologie übt schon seit vielen Jahrzehnten einen großen Reiz auf
viele Menschen aus: Sie hat – trotz aller Gefahren, Mühen und Enttäuschungen
in der Realität – den Geruch von Abenteuer, Forschergeist und
Entdeckungen des Unbekannten (Indiana Jones ist hier ein gutes Beispiel);
sie hilft, Rätsel der Vergangenheit zu lösen und so unsere eigenen
Wurzeln zu entdecken oder aber fremde Kulturen besser zu verstehen. Diesem
Interesse wurde in verschiedenen Kunst- und Kulturformen Ausdruck
verliehen, so z.B. in Literatur und Bildender Kunst, in Filmen – und
eben auch in Spielen. Spiele
zum Thema Archäologie sind im Wesentlichen erst in den letzten zwanzig
Jahren entstanden (abgesehen von einer Ausnahme, die sich aber nicht
ausschließlich auf Archäologie beschränkt hat), seit sich die Palette
von Spielethemen erheblich erweitert hat und Spielen zunehmend nicht nur
als Beschäftigung für Kinder, sondern auch für Erwachsene angenommen
wurde. Vor allem seit 2000 hat die Anzahl dieser Spiele zugenommen. Vorher
(und auch seitdem) hat es zwar Spiele gegeben, die ein antikes Thema
behandeln, also den Spieler z.B. in das antike Rom oder Alte Ägypten
versetzen; die in der Ausstellung gezeigten Spiele jedoch beschäftigen
sich mit der Archäologie selbst. Was
macht die Spiele aus?
Zum
realen Hintergrund wählen die Spieleautoren oftmals Ausgrabungen in Ägypten:
Die Pyramiden und die Pharaonen sind beliebte Motive. Auch Zentralamerika
übt seinen Reiz aus: Mehrere Spiele beschäftigen sich mit der
Erforschung der Maya-Kultur. Außerdem gibt es aber auch
Auseinandersetzungen mit anderen archäologischen Fundstätten überall
auf der Welt, wie z.B. so unterschiedliche Spieletitel wie
"Anasazi" von Klaus-Jürgen Wrede (2006), "Lascaux"
von Dominique Ehrhard & Michel Lalet
(2007) und "Indus" von Wolfgang Panning (2004) belegen. Besonders
erwähnt werden soll hier "Troia": Die Daimler Chrysler AG
unterstützt nicht nur seit über zwanzig Jahren die entsprechenden
Ausgrabungen in der Türkei, sondern hat im Jahre 2000 auch ein Spiel zum
Thema Troja veröffentlicht (später wiederveröffentlicht von Prestel
und Amigo), das Thomas Fackler erfunden hat – ein Spiel, das die Spieler
in hohem Maße in die Arbeitswelt der Archäologen hineinzieht und ihnen
ein Spielgefühl ganz nah dran am Buddeln und Freilegen von
Grabungsschichten vermittelt. Welche
Spiele werden in der Ausstellung gezeigt? Die
Ausstellung präsentiert 17 Brettspiele und 9 Kartenspiele zum Thema Archäologie
aus den Jahren 1989 bis 2009 und bietet damit eine sehr umfangreiche und
repräsentative Auswahl der Spiele zum Thema. Die Exponate stammen hauptsächlich
aus Deutschland, teilweise aus den USA und Australien; tatsächlich hat
der deutsche Markt den weitaus größten Anteil von Spielen zu diesem
Thema beigetragen. Das
Spektrum reicht von "Das Geheimnis der Pyramide" von
Stefanie Rohner & Christian Wolf
(1989) bis zu "Archaeology: The Card Game" von Phil Harding
(Australien 2008, rasch vergriffen, aber im Frühjahr 2009 neu aufgelegt
in den USA). Viele
Autoren (so z.B. auch Reiner Knizia und Wolfgang Kramer) haben sich
spielerisch mit Archäologie auseinandergesetzt. Große und kleine Verlage
haben Spiele zum Thema herausgebracht, von Kosmos bis zum Isensee Verlag. Und
viele dieser Spiele haben Auszeichnungen erhalten; dazu gehören z.B. die
Spiel-des-Jahres-Preisträger "Tikal" (1999), und
"Troia" (2001, Sonderpreis "Geschichte im Spiel")
sowie mehrere Spiele, die auf den Nominierungs- und Empfehlungslisten von
Spiel des Jahres gestanden haben. International sticht "Archaeology:
The Card Game" hervor, das 2008 zum "Best Australian Game"
gekürt wurde. |
"Archaeology
in Games" Explanations
on the exhibition at the Archaeology
and games – what are the connections? While
digging, archaeologists often have found relics of antique games. Because
of this, they can verify that games were an important cultural asset many
centuries and even millennia ago. Nowadays,
games still have this significance. Besides abstract games, we now have an
increasing number of thematic games, reflecting today's society. One of
these themes is the science that deals with the exploration of our origins
and, at the same time, with the beginnings of our playing culture:
archaeology. Why
is archaeology a games subject? For
many decades, archaeology has been very appealing to many people: it
offers – in spite of all the danger, effort, and disappointment in real
life – the whiff of adventure, spirit of exploration, and discovery of
the unknown (Indiana Jones serves as a good example); it helps in solving
the mysteries of the past and, in this way, exploring our own roots or
getting a better understanding of foreign cultures. This
interest in archaeology has been expressed in different cultural forms:
for instance, in literature and fine arts, in movies – and also in
games. Games
about archaeology have been developed within the last twenty years, for
the most part, as the spectrum of game themes expanded considerably and
playing games has become more and more accepted for adults, not only as a
pastime for children. (Only one game has been unearthed that predates this
period, but it does not deal exclusively with archaeology.) The number of
these games has especially increased since 2000. Before
(and also since), there have been games dealing with antique subjects,
e.g., by relocating the player to early What
do the games have in common?
Game
designers often choose diggings in In
particular, "Troia" ("Troy") is worthy of special
mention: the Daimler Chrysler AG has not only been supporting the
applicable diggings in Turkey for over twenty years, but the company also
released a game in 2000 (later republished by Prestel and Amigo), invented
by Thomas Fackler, about the subject of Troy – a game that draws the
players into the archaeologists' working environment to a great extent,
giving them a feel through play that comes very close to digging and
uncovering excavation layers. What
games are on display at the exhibition? The
exhibit presents 17 board games and 9 card games about archaeology from
the years 1989 to 2009, providing a comprehensive and representative
selection of the games about this subject. Most games originate from The
range goes from "Das Geheimnis der Pyramide" ("The Secret
of the Pyramid") by Stefanie Rohner & Christian Wolf (1989) to "Archaeology:
The Card Game" by Phil Harding (Australia 2008, which sold out
quickly but was republished in the Numerous
authors (among them, Reiner Knizia and Wolfgang Kramer, for example) have
playfully dealt with archaeology. Big and small companies have published
games on this subject, from Kosmos to the Isensee Verlag. And
many of these games have received awards, such as the winners of the Game
of the Year, "Tikal", in 1999, and "Troia", in 2001
(special prize "History in Games"), plus several games that have
been placed on the nomination and recommendation lists of the Game of the
Year jury. Internationally, "Archaeology: The Card Game" stands
out, having been awarded "Best Australian Game" in 2008. |
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Bilder von der Ausstellung |
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| Eingangsvitrine / Showcase entrance hall | Eröffnungsrede / opening speech | |
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| Vitrinen Hauptraum / showcases main hall | König Salomons Schatzkammer | |
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| Spielevormittag / game-playing morning | Spielevormittag / game-playing morning | |